Food Court Essen kann lecker sein...muss es aber nicht

moin,

ein Fazit zu einem der besten Urlaube ever:

Im Nordwesten gibt es (für die USA ja eher ungewöhnlich) überall guten Kaffee. Besonders besonders sind die kleinen Kaffeebuden, mit Drive In sozusagen. Die gibt es in der Stadt auf dem Land und man muss nicht lange suchen, wenn man Bock auf Kaffee hat.
Diese Buden gehören oft zu keiner Kette, obwohl es natürlich genug Shops von Starbucks, Seattles Best und diese Holländischen Coffee Shops gibt. Ja nich die, sondern die: Dutch Bros. Coffee | Drive Thru Espresso, Flavored Red Bull and Torani Smoothies | Over 150 Franchise Locations

Es kam uns so vor, als wenn die Leute hier noch freundlicher sind, als in Florida. Es wird gewunken, geklatscht und nett gequatscht was das Zeug hält. Die Bootsfahrt in Grants Pass war so ein Beispiel. Die Anwohner, ob gerade in der Entspannungsphase, oder am Angeln winken jedem Speedboattouri freundlich zu, dass der Käpt´n langsamer wird, wenn gerade Kinder baden wir mit „Daumen hoch“ und winken bedankt, usw.
Diesen Eindruck hatten wir auch in den Städten bei der Duck-Tour z.B. oder auch, wenn wir alleine unterwegs waren. Immer alles sooooo nett.

Das wir die Reise fast komplett vorgebucht haben, war unser ersten mal bei einer Rundreise. Uns hat das erstaunlicherweise gut gefallen. Liegt es daran, dass wir älter werden, oder an brezelchen??
Früher immer drauf los, wir werden schon was finden... wir wollen spontan bleiben... zur Not übernachten wir im Auto. Dieses Mal war es unheimlich beruhigend, morgens schon im Navi das Ziel einzugeben, und zu wissen, wo man landet. Sehr entspannend, in der Tat. Dies kostete mich viel Vorbereitungszeit, aber es hat sich gelohnt. Man hat mehr Zeit für das wesentliche und macht das was man will. Man muss sich keiner Reisegruppe, oder den Plan eines anderen fügen. In manchen Gegenden ist es sogar in jedem Fall zur Saison notwendig etwas vorzubuchen. Z.B. Rund um den Crater Lake. Teilweise ist der NW doch sehr ländlich. Nachteilig ist die Abhängigkeit vom Wetter, flüchten ist nicht drin, aber selbst wenn wir die Möglichkeit gehabt hätten, hätten wir die Tour nicht verändert. Alles war gut so wie es war.
Auch die wichtigen Touren, Ausflüge und die Fähre hatten wir bereits im Vorwege reserviert, oder zumindest genau geplant. Ist ja auch kein Thema, wenn das Ziel festgemauert ist. Auch dieser Umstand trug zum entspannteren urlauben bei. Da haben wir was gelernt.

Ford Edge

Thema Priceline. Die Hotels in den Städten hatte ich ja über Priceline gebucht. Das ist eine gute Sache, aber ich muss doch sagen, dass wir nicht so gute Zimmer bekommen haben, wie direkt gebuchte. Blick auf eine Mauer, oder auf den Highway, niedrige Etage ohne Aussicht usw. Wir merkten auch manchmal, dass man nicht ein Kunde „erster Klasse“ ist. Nicht schlimm, aber wir haben es doch bemerkt. Dennoch würde ich wieder Priceline nutzen, das Hotel in Portland z.B. war echt klasse für das Geld, auch ohne Aussicht.

Die Städte im Nordwesten, die wir gesehen haben, sind, durch die Bank weg, einen längeren Besuch Wert. Besonders Seattle hat es uns angetan, evtl. weil wir dort am längsten Zeit hatten. Das Flair ist meist jung und unaufgeregt-touristisch in den Zentren. Von den echt guten Straßenkünstlern sind wir auch sehr angetan. Auffällig sind tatsächlich die vielen Obdachlosen, aber wir hatten zu keiner Zeit Angst, weder auf dm Land, noch in der Stadt, in keiner Situation, zu keiner Tageszeit.

Der Nordwesten ist unheimlich abwechslungsreich. In unseren Fall nicht nur von der Gegend, sondern auch vom Wetter her. Wir hatten alles dabei, von kalten Nebel im Schnee, über Sonne auf dem Meer, diesige Wolken an der Küste, Hitze in der Wüste, Schnee und Sonne auf dem Vulkanen, Regen im Rainforrest usw. Wir fanden es toll. Wenn ich jetzt die Bilder von der Oregonküste im strahlenden Sonnenschein sehen, bei ruhiger See, weiß ich nicht, ob ich das wirklich besser finde, als unsere mystische, aufgewühlte See im Wolkendunst.

Brauereien sind im Nordwesten fast so häufig, wie in Bayern. Die brauen aber mehr Sorten und es ist für jeden etwas leckeres dabei. Die Ales sind besonders blumig-malzig und lecker zum genießen, richtig betrinken würde ich mich damit nicht. Das ist mehr so wie ein guter Wein.

Das Auto, ein Ford Edge, ist für diese Reise (entgegen erster Annahme) fast ein wenig zu klein gewesen. Wir hatten bei Alomo Kanada (über Arno, nochmal Danke) einen Standrd SUV bestellt. Premium SUV zu bestellen ging gar nicht. Wir hofften dennoch auf einen Tahoe, oder ähnliches. Es gibt keine Choiceline und der PP gab auch nicht wirklich etwas größeres her. Evtl. nehmen wir bei nächster Gelegenheit einen Minivan, da wissen wir das Platz für Koffer, Külhltaschen, Spielzeug, Technik usw ausreichend vorhanden ist.

Indian Beach

Sirius Radio ist eine dolle Erfindung. Ich wusste vorher nie etwas anzufangen mit „Internet Radio“ im Auto, wenn ich das mal in einem Bericht gelesen habe. Nun weiß ich, wie das geht. Sirius stellt alle möglichen Musikrichtungen zur Verfügung. Allein für Country stehen ca. 15 Stationen zur Auswahl. Es gibt auch „Stationen“, die nur die Musik von einzelnen Interpreten spielen, z.B. Elvis oder Sinatra, oder auch Sport, Politik, Kirche usw. Sehr viel Auswahl.
Channel Lineup - SiriusXM Radio
Ich weiß nicht, wie oft das Programm der einzelnen Sender gewechselt wird, irgendwann wiederholt es sich. Bei unserem „HighWay“ Country oder beim Elvis Sender merkten wir das gar nicht , aber beim HIT Sender hörten wir immer die selben Lieder, wir wussten das nach Katy Perry P!nk kommt usw. Auf jedem Fall haben wir fast kein iPhone oder Radio oder CD gehört, das Sirius reichte. Nur im Wald oder im Parkhaus ist Schluss mit Sirius. Das Internet braucht halt ´ne gute Verbindung.

Ohne Navi mache ich nie wieder eine Rundreise. Was haben wir früher für Zeit verschwendet, Ängste ausgestanden, und Umwege in Kauf genommen. Ob Restaurant-, Natl. Park-, oder Hotel-Suche, ob Strecken- oder Zeitplanung, ohne unser kleines, altes Navi wäre der Urlaub nicht so perfekt geworden. Ich sage Navi ist ein „must have“.

Deutsche haben wir in den 18 Tagen fast keine getroffen. Nur am Crater Lake waren wir, bei dem einen Aussichtspunkt im Westen, in der überzahl. Das man so selten deutsch gehört hat, fand ich besonders angenehm. Bei den brezeldamen (besonders bei der großen) bin ich mir nicht so sicher, die sind grundsätzlich kommunikativer als ich und würden bestimmt mal ganz gerne mal schwatzen. Aufgrund nicht idealer Englischkenntnisse bei allen von uns, fiel das Geplauder mit einheimischen manchmal etwas spärlich aus. Nicht jeden Amerikaner stört es, wenn man nur einsilbig antwortet, die reden einfach weiter undweiterundweiter, obwohl sie merken, dass wir nur Bröckchen verstehen. Ich finds OK.


 So, nun endet dieser Reisebericht endgültig. Ich bedanke mich für eure "Dankes", die netten Kommentare und Aufmunterungen. Das Schreiben hat mir Spaß gemacht und ich freue mich jetzt schon darauf, den Bericht in 11 Monaten, hoffentlich kurz vor dem neuen Urlaub, wieder zu lesen.