Jo-ze-mie-tee

12. Tag

Yosemite - ein weiteres Highlight steht an.
ich hatte die Reiseführung noch etwas abgeändert, da ich vor den Besuchermassen am Wochenende Respekt hatte (naja, dafür sind wir nun in Vegas am WE - einen Tod muss man sterben).
Gut, dass wir so nah am Park übernachteten. Nicht auszudenken, was am Wochenende, in der Saison, hier los ist.
Doch der Reihe nach.
Das Kassenhaus hatten wir schnell erreicht. Ein Ranger fing schon 100m vorher an die Autos zu sortieren. Da wir den Pass haben, gab er uns Map und Info und wir durften wir an der Schlange vorbei durch die Mitarbeitereinfahrt fahren. Das war schon mal gut.
Als nächstes sind wir zum Tunnel View gefahren, um festzustellen, das morgens nicht die beste zeit ist. Dennoch hab ich ein paar Touristen Photografiert wie sie den prominenten Ausblick photografieren.

Nun aber los ins Valley. Diese Entscheidung war gut und auch die, nicht gleich das ganze Tal zu durchfahren, sondern nach einem kurzen Frühstück bei der Swinging Bridge am Merced River, den zentralen PP aufzusuchen. Dieser war schon fast voll (09:00 Uhr).

Unser erster Gang (10-15 Minuten) führte uns zum Visitor Center. Es war sehr warm und wir mussten unsere Wasservorräte auffüllen. Wir haben uns speziell bei den Indianer-Austellungen länger aufgehalten und einer sehr alten Indianerin beim Korbknoten zugesehen.
Ein weiterer, etwas längerer Fußmarsch führte uns zu den Yosemite Falls bzw. zu den Yosemitee Rinnsal.
Der Fall war völlig ausgetrocknet. Viel enttäuschte Gesichter rundherum. Auch wir haben erst etwas sparsam geguckt. Doch wir wären keine brezel, wenn wir nicht das Positive sehen würden.

Die wenigen anderen Leute verloren auch Ihre Hemmungen und bald waren alle, zumindest teilweise, im Wasser.
Ich bin auch fast komplett baden gegangen, weil ich auf einem Stein ausgerutscht bin. brezelchens Stiefel konnte ich retten - meine nicht.

Bei dem nicht minder heißen und beschwerlichen Abstieg, bin ich im letzten Drittel auch noch gestürtzt, hatte aber Glück und bin mit ein paar Abschürfungen davongekommen. Immer schön vorsichtig und nicht übermütig werden lautet die Devise, bis brezelwoman schliesslich auch noch auf den Allerwertesten knallt.
Gut, dass wir da schon fast am Ziel waren.
Die Wanderung ging weiter bis zur Lodge. Dort haben wir erstmal eines von diesen leckeren Erdbeereis (http://www.dreyers.com/Fruitbars/Flavor/1925) gegessen. Was für ein Genuß, wenn man so kaputt und verschwizt ist.
Wir haben uns dieses Eis noch öfter gekauft, aber sooo erfrischend und so gut hat es nie wieder geschmeckt.
Wieder ein Beweis, dass man einen perfekten Augenblick nicht wiederholen kann. Man muss ihn dann genießen, wenn er da ist.

Nach der Eis- und Gatorade-Orgie sind wir mit dem Shuttlebus zurück zum PP "gewandert". Man war das heiß.
In der Kühle der Sequoia 5,7l-V8-Klimaanlage haben wir erst einmal eine Lunchpause gemacht.

Als wir uns gestärkt hatten, sind wir wieder zur Shuttlehaltestelle gegangen um zum Trailhead des Mist Trail - Vernal Fall zu kommen. Wir nutzen zum ersten Mal einen Shuttlebus in einem NP. Das brauchten wir bisher nie, aber so schlimm, wie ich dachte, ist das dann doch nicht.
Beim Trailhead angekommen sind wir zuetrst zur Happy Isles gehiket. Das klang vielversprechend. Waren aber halt nur Inseln im Fluss und außergewöhnlich glücklich sahen die nicht aus. Den Weg wollten wir nicht zurückgehen, um dann den eigentlichen Trail am Start zu starten, von daher mussten wir durch den Fluss und dann querfeldein die Böschung zum Trail hoch.
Da war ich zum ersten mal außer Puste... und kam zu selbiger in den nächsten km auch nicht wieder. Ständig bergauf. Als wir dachten wir wären da, hatten wir erst die Hälfte. Nun wurde es steiler und zum Abschluss kamen nochmal ca. 150 unregelmäßig in den Fels geschlagene Treppenstufen.

Ich habs geschafft - und wurde mit einem grandiosen Blick auf dem sprühenden Wasserfall mit extra Rainbow belonht.
So stellt sich der eine oder andere das Paradies oder das Märchenreich vor. Es fehlt bloß noch ein strahlend weißes Einhorn, welches von Feen umschwirrt ein paar schlucke Zauberwasser aus dem Pool trinkt (nein, so ein Foto haben wir nicht. Bären und Bisons müssen reichen, keine Elfrogs dieses Jahr).

Die Anstrengung hatte sich also gelohnt. Der Vernal Fall ist also sehr zu empfehlen. Wie es weiter oben, mit den Nevada Fall aussieht, kann ich nicht sagen, da wir nach ausgiebiger Gischtdusche den Rückweg angetreten sind.

Nachdem uns der Shuttle zurück zum PP gebracht hat, sind wir zum Glacier Point gefahren um den Sunset noch zu erwischen. Obwohl ich (etwas zu) schnell gefahren bin, haben wir es leider nicht geschafft, daher auch keine guten Bilder. Gelohnt hat es sich dennoch. Es hat schon was, die eben gegangenen Wege, aus der Adlerperspektive zu betrachten.

Zurück in El Portal haben wir uns noch eine Nachtpizza geholt und sind satt und zufrieden eingeschlafen.

Der nächste Tag sollte uns zu salzigen Ufern und zu schönen Hügeln führen.